Die unironisch gute Nachricht vorweg: Es wurden keine Spieler über den Jahreswechsel an
die Gemütlichkeit oder die Diagnose Adipositas verloren. Dennoch merkte man der
Mannschaft beim aufgrund einer Verschiebung zur gottlosen Zeit am Freitagabend
stattfindenden Spiel an, dass die Trainingswoche im Vorfeld aufgrund einiger
Kränklichkeiten nicht optimal genutzt werden konnte. Dabei hätten eigentlich die Gäste, die
mit dünner Personaldecke und ohne Topscorer die lange Anreise in eine harzfreie Halle
antreten mussten, das Privileg der präventiven Ausrede mehr verdient gehabt.
Zu Beginn zeigte der TSV jedoch keinerlei Anzeichen eines Neujahrs-Blues. Mit einem
Blitzstart setzten sich die Hausherren in einer für die Umstände sehr gut gefüllten Halle auf
5:1 ab. Eine solide Abwehr und gutes Tempo nach vorne sollte die Zuschauer bis zum Stand
von 10:5 in eine trügerische Sicherheit wiegen. Denn dann war plötzlich Schluss mit
Handball. Von jetzt auf gleich schien ein unsichtbarer Vortex jegliche Lust, Dynamik und
Spielfähigkeit aus unseren Herren zu saugen. Die vom Gegner über weite Phasen des
Spiels in einem 4-2-System agierende Angriffsformation mutierte für die Abwehr zum EM-
Favoriten Dänemark und im eigenen Angriff häuften sich mehr Fehler als sterbende
Neujahrsvorsätze im Januar. Zumindest auf die Halbzeitsirene war Verlass, die den TSV aus
seiner Schockstarre und in die sichere Kabine holte.
Aber so ist das manchmal mit einem neuen Jahr. Man weiß nie, was man bekommt. In
diesem Fall konnten die Fans in Halbzeit Zwei aber wenigstens die positive Entwicklung, die
man sich für die restlichen 365-x Tage nach einem suboptimalen Start erhofft, miterleben.
Die unorthodoxe Spielweise des Gegners wurde auf taktischer Ebene mit einer nicht minder
wilden 4-2 Verteidigung pariert und auch wenn bei weitem nicht alles Gold war was glänzte;
unsere Herren fingen sich auch spielerisch. Am Ende steht zwar ein nicht ganz so
überzeugender Sieg. Aber Punkte sind Punkte und die wirklich utopische 100% back-to-
back Quote bei Wochentagsspielen bleibt bestehen.
Die nächste Möglichkeit sich zu beweisen bietet sich dem TSV bereits am Sonntag, den
25.01 in der heimischen Adolf-Kußmaul-Halle. Gegen die erst vor kurzem überzeugend
besiegte Turnerschaft aus Mühlburg müssen dann aber 3-5 Schippen draufgelegt werden,
um erneut als Gewinner vom Platz zu gehen. Anpfiff ist um 18:00 Uhr. Kommt zahlreich, es
ist Obst im Haus.
Für den TSV spielten: J. Lipfert, H. Westphal im Tor; A. Herlan (10/4), T. Ertel (6), F. Fürniß
(5), J. Brunner (4), S. Trommer (4), F. Rowe (3), P. Wiessner (2), F. Klonig (1), N. Beyerle
(1), J. Wilhelm (1), R. Seider (1), S. Waterstraat, L. Melder und M. Kirchgäßner.